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Chronische Lebererkrankung und Regeneration

Im Fokus unserer Arbeitsgruppe steht die Klärung molekularer Mechanismen, die bei der Entstehung chronischer Lebererkrankungen und der Progression zum hepatozellulären Karzinom (HCC) eine wesentliche Rolle spielen.  Hierbei sind für uns hepatische Sternzellen, Gewebeinflammation und der hepatische Lipidmetabolismus von besonderem Interesse. Ziel ist es, neue wirkungsvollere nichtinvasive Therapien gegen chronische Lebererkrankungen zu etablieren und Behandlungsansätze zu optimieren, um die Progression zum HCC zu unterdrücken.  Hierfür nutzen wir neben primären Leberzellkulturen, verschiedene Mausmodelle, bei denen eine chronische Leberschädigung chirurgisch bzw. durch die Gabe von Toxinen oder Diäten induziert wird. Unter Verwendung moderner Bildgebungsverfahren wie MRT und PET-CT sollen die einzelnen Stadien bzw. der Verlauf der Lebererkrankung sowie die Tumorentwicklung, speziell die Morphologie und  Tumorperfusion sowie Stoffwechselaktivität und Proliferation des HCCs untersucht werden.

Ein weiterer Schwerpunkt dieser Arbeitsgruppe ist es, den Prozess der Leberregeneration zu untersuchen. Trotz der enormen Replikationsfähigkeit von Leberzellen kann es unter Bedingungen einer kompromittierten Regeneration, insbesondere bei Leberzellverfettung und im Stadium fortgeschrittener Zirrhose, zu einer replikativen Seneszenz (Ermattung) der Hepatozyten kommen. Daher fokussiert unsere Arbeitsgruppe mit ihren Forschungsansätzen auf ein besseres Verständnis speziell der endogenen Regeneration, die auf lange Sicht effektiver gesteuert werden könnte. Zusätzlich erscheinen uns therapeutische Strategien mit regenerationsstimulierenden Substanzen als attraktive Werkzeuge im allgemeinen Bemühen um eine effiziente Restauration geschädigter Organe.  Da Veränderungen im hepatischen und systemischen Lipidstoffwechsel eine wichtige Rolle im Prozess der Leberregeneration zu spielen scheinen, ist ein weiteres Ziel, funktionelle Zusammenhänge zwischen den Veränderungen im Lipidmetabolismus und normaler Leberregeneration aufzuzeigen.

Zum Einsatz kommen etablierte tierexperimentelle (knockout) Mausmodelle, welche die detaillierte quantitative Analyse der Organ-Funktion und -Regeneration sowie Rückschlüsse auf die Genfunktion erlauben. Klassisches Modell zum Studium der Leberregeneration hinsichtlich mikrovaskulärer, zellulärer und humoraler Mechanismen stellt die partielle (70%-ige) Leberresektion dar. Im Mittelpunkt der Untersuchungen steht u.a. die intravitale hochauflösende Multi-Fluoreszenzmikroskopie, welche in vivo ’on-line’ und in ’real-time’ die Erfassung von statischen und dynamischen Prozessen innerhalb der Mikrozirkulation der Leber erlaubt. Im Anschluss an in vivo Untersuchungen erfolgt eine umfassende Blut- und Lebergewebeanalyse mittels histologischer, immunhistochemischer, molekularbiologischer sowie laborchemischer Methoden.

Gruppenleiter: Dr. rer. nat. Kerstin Abshagen

kerstin.abshagen@uni-rostock.de