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Metabolisches Syndrom und Neurodegeneration

Das metabolische Syndrom, hauptsächlich durch Adipositas und somit durch Hypertriglyzerid- und Hypercholesterinämie gekennzeichnet, ist auch mit einem erhöhten Risiko eine Demenzerkrankung zu entwickeln, vergesellschaftet. Die am häufigsten auftretende Form der Demenzerkrankungen ist die Alzheimer Disease (AD). Die Tatsache, dass AD-Patienten sehr häufig erhöhte Konzentrationen von Cholesterin, LDL Cholesterin und Triglyzeriden aufzeigen, unterstützt die Hypothese, dass mit steigender Prävalenz der Adipositas auch die Anfälligkeit für kognitive Störungen steigt. Die Pathologie der AD ist durch eine gestörte neuronale beta-Amyloidpeptid (Aß-Peptid) Homöostase gekennzeichnet, was letztlich in einer Akkumulation und somit in einer Formation von Aß-Peptidplaques resultiert, wobei die Plaquemenge auch mit der Menge an Cholesterin positiv korreliert und somit ein weiteres Indiz für adipös-bedingte Demenzerkrankungen darstellt.

Ein gestörter Fettstoffwechsel steht im Mittelpunkt des metabolischen Syndroms, der vor allem durch eine Dysbalance von Fettaufbau (Lipogenese) und Fettabbau (Lipolyse) charakterisiert ist. Die Lipolyse wird dabei ganz wesentlich durch nukleäre Rezeptoren, wie den Peroxisom-Proliferator-Aktivator-Rezeptoren α/γ (PPAR α/γ) und dem Retinoid-X-Rezeptor (RXR) und deren Zielgene, wie dem Apolipoprotein E (ApoE) und adenosine triphosphate (ATP)-binding cassette (ABC) transporter subfamily A1 (ABCA1), reguliert, welche nicht nur den Cholesterinabtransport steuern, sondern auch den Abbau von Aß-Peptid fördern. So führte die Aktivierung des PPARγ-Rezeptors zum verstärkten Abbau von Aß-Peptidplaques. Dies wirft die Frage auf, ob eine verstärkte Lipolyse beispielsweise durch eine Kalorienrestriktion neuroprotektiv wirkt und so das Risiko, eine adipös-bedingte Demenz zu entwickeln, verringert. Die Untersuchung der durch eine Lipolyse ausgelösten neuroprotektiven-molekularen Mechanismen ist Gegenstand der aktuellen Forschungsaktivitäten der Arbeitsgruppe „Metabolisches Syndrom und Neurodegeneration“.

 

Gruppenleiter: PD Dr. rer. nat. Angela Kuhla

angela.kuhla@uni-rostock.de